Make Paraguay great again
Nicht überall gibt es Scham wegen einem verlorenen Krieg. Einer der blutigsten der Neuzeit war der Triple-Allianz-Krieg, der sich 1865 bis 1870 in Paraguay abspielte. Argentinien, Brasilien und Uruguay siegten dank schierer Übermacht über die Paraguayer. Etwa 80 % der Männer waren danach tot, auch viele Kinder, die schon mit 13 Jahren eingezogen wurden, wurden hingemetzelt. Die verwitweten Guarani-Frauen heirateten nach dem Kriege meistens Europäer, darunter auch Deutsche, so daß die heutigen Einwohner überwiegend Mestizen sind.
Etwa sieben Prozent der Einwohner sind deutschstämmig, wovon aber viele heute Spanisch, Portugiesisch oder Guarani sprechen. Das Guarani ist zusammen mit Spanisch Amtssprache. Das macht die Übersetzung des folgenden Liedes mit Google partiell unmöglich. Es ist ein überaus patriotisches Lied über die Verteidigung der Festung Nanawa durch das Tuyuti-Regiment im Chaco-Krieg gegen Bolivien 1932 bis 1935. Der schlecht koordinierte Angriff der Bolivianer begann am 20. Januar 1933 aus mehreren Richtungen und scheiterte vier Tage später. Bei der Verteidigung Nanawas flogen die Paraguayer rund 1,6 Tonnen Versorgungsgüter mit vier Flugzeugen vom Typ Potez 25 ein. Der Krieg ging nach hohen Verlusten auf beiden Seiten zugunsten von Paraguay aus, Paraguay verlor schon wieder 36.000 Männer, aber alles war natürlich total heldenhaft. In folgender Darbietung erinnern die Vasquez-Schwestern daran.
Das Lied entstand während des Chaco-Kriegs mit Bolivien 1932-35. Es gibt mehrere Textfassungen, mal Guarani, mal Spanisch, mal im Mix wie hier: Ich garantiere nicht, daß die Mädchen genau diese Fassung vortragen, es kann auch eine ähnliche sein. Nummer dreizehn ist mein Regiment, bekannt als Fort Nanawa ist mein Lager, die lebende Mauer, Oye’ejha, Na Tajhupimi, Hand zum Visier, Jha Tamboyoya, mein Mbaracami, Baden im Nanawa-Graben, Taropurajhéi 13 Tuyuti. Ich werde vom dreizehnten Regiment singen, Nanawa des Ruhms, treuer Jhaite Jha Ityvyrami, siebtes Regiment, die lebende Mauer, Mopu’a Jhare. Nachdem wir eines Morgens vergessen worden waren, wollten wir unseren Sohn auf den Sockel des Ruhms blicken lassen. Wir sind auch paraguayische Soldaten, wenn wir auch ein bisschen urunde’ymi sind. Wir wollen nicht nur kämpfen, wir müssen uns auch nicht lächerlich machen. Mein Befehl ist Irra mit Brizuela, sowohl die böse Trommel als auch der Löwe Chaqueño, neben ihnen Major Knight, unser Anführer. Tigerjunges ist normalerweise ein männlicher Übermensch, Rayre Machito Yeey steht in seiner Zeitung vom 20. Januar, Es muss noch mehr auf unserem Weg geben, das darauf wartet, daß wir neue Lorbeeren erklimmen, auf denen das dreizehnte Regiment besteht. Tuyuti, sei uns ein Vorbild. Unser Name ist der kleine, schnelle Lampino-Cuete-Vogel. Ein Wind weht zu dir und grüßt uns, wenn er vorbeizieht. Nur wer lange lebt, wird an die Wurzeln des 13. Regiments glauben und in goldenen Buchstaben die neue Geschichte von morgen lesen. Wenn wir hören, was für ein Kerl da vorgeht, glauben wir nicht einmal, dass wir überleben werden, denn es gibt keine Straße, die das Herz höher schlagen lässt und die menschliche Sklaverei nicht liebt. Seine neue Kanone feuerte Granatsplitter ab und dennoch konnte er die von der Fünften Division errichtete Mauer nicht niederbrennen. Unser Ti Co’o kommt mit der Windkanone, jha mboca ratatinengue, jha oyo’a, Hier und da sind Kinderglieder verstreut, die mit der Machete jhaimbépe icocuepegua lo mita ocopi geschlagen sind.
Soweit das dreizehnte Regiment. Natürlich gibt es in Paraguay auch deutsche Tradition, por ejemplo thüringische Bratwürste, die bekanntlich der Gipfel der gehobenen Kulinarik sind, und die das großartige Heldentum der Guarani endlich angemessen belohnen. Make Paraguay auch satt again.
Sicher ist das Auswandern nach San Bernardino nicht jedermanns Sache. Die Sonne scheint länger als bei uns, aber es regnet auch das doppelte. Es ist etwas wärmer und die Luftfeuchtigkeit ist leicht höher. Das bedeutet, daß man im Garten etwa das doppelte oder dreifache leisten muß, um der grünen Hölle zu trotzen. Aber dafür wachsen einem die Früchte auch in den Mund.
Wer in Deutschland der 50er bis 80er Jahre im Osten gelebt hat, für den ist die Gegend genug gut. In Paraguay sind zum Beispiel schon 96 % der Grundstücke an Wasser und Abwasser angeschlossen, was in der Zone völlige Utopie war. Was auch schön ist: Es gibt mehr Kinder, pro Frau werden 2,4 geboren, und die Kinder werden in der Schule von den Lehrern nicht so verdorben. Es gibt nicht so viele Politikwissenschaftler, der Lebensstandard ist natürlich gemessen in Dollar geringer als in Argentinien oder Ungarn. Durch das Preisniveau wird das teilweise ausgeglichen. Die Straßenverhältnisse sind stellenweise so, wie im ländlichen Thüringen. Man sollte hier wie da einen Isuzu oder Toyota Pickup fahren.
Ich will keine Werbung fürs Auswandern machen, aber sollte wieder mal eine sozialistische Diktatur errichtet werden, sollte man rechtzeitig weg sein. Aus der Zone hatte man elf Jahre Zeit zu verschwinden, danach war es zu spät. Auch aus dem Reich konnte man vor der Vergasung rechtzeitig abhauen, aber es haben sich immer Leute auf den Staat und die Vernunft verlassen, Ein Fehler, denn Staat und Vernunft haben wirklich nichts miteinander zu tun, wie man an unseren Spitzenpolitikern Wilhelm II., Adolf Hitler, Leonid Breschnjew und Friedrich Merz sehen kann.
Ein Staat und Glück könnten zusammenpassen, aber vorher müßte Alice Bundeskanzler werden.
Grüße an den Inlandsgeheimdienst:
Der Horizont hat sich verdunkelt,
Nur hie und da bedeutend funkelt
Ein roter ahnungsvoller Schein;
Schon blutig blinken die Gewehre;
Der Fels, der Wald, die Atmosphäre,
Der ganze Himmel mischt sich ein.
(Geh. Rath v. Goethe)
Ich weiß nicht recht, ob P. wirklich so dolle ist: https://latina-press.com/news/318985-paraguay-zentrum-der-globalen-organisierten-kriminalitaet/
Vor Jahren schon hörte ich, daß US-Hipster nach P. der Drogen wegen gehen.
Vermutlich sollten prospektive mitteldeutsche Exilanten sich lieber nach Osten wenden, oder Südosten. Es ist kaum anzunehmen, daß Restdeutschland (außer in den Träumen der Wiederbetätiger) nochmals eroberisch tätig werden kann.
Nix gegen Paraguay (war nicht Jugendfreund Old Shatterhand dort mal unterwegs?), aber warum keine Alternative für Deutschland? (Nicht zu verwechseln mit dem Verein gleichen Namens.)
Fiel mir im Nachgang doch auf, bei San Bernardino: gegründet 1881 mit der 1848er-Fahne, das läßt ja tief blicken, jedenfalls anti-bismarckisch. Wenigstens etwas. Hatte ich beim ersten Durchzappen glatt übersehen.